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Ostern – Osten – Ostara und das Heimeli

oder warum wir im Heimeli Ostern feiern. Zwar wird in unserer Kultur Ostern als Christliches Fest gefeiert, doch der Ursprung von Ostern ist weit älter als das Christentum. "Ostara" als Fruchtbarkeitsgöttin verehrt, versinnbildlicht die Auferstehung der Natur und das Erwachen der Erde nach einem langen Winter. Kälte, Frost und Schnee müssen weichen, um Platz für die wärmenden Sonnenstrahlen zu machen. Fruchtbarkeitssymbole, wie Ei, Hase und Lamm halten in verschiedenen Formen Einzug. Der Monat der Göttin des Frühlings ist der April. Ostara, oft auch die Göttin der Morgenröte genannt, steht auch in Zusammenhang mit der Himmelsrichtung Osten - dort also, wo die Sonne aufgeht.

Und hier kommt für mich eine Besonderheit ins Spiel. Irgendwann im Frühjahr geht die Sonne endlich wieder östlich der Chüpfenflue auf. Denn, ob man’s glaubt oder nicht, im Winter geht im Heimeli die Sonne im Süden auf. Dezember, Januar, Februar, bis in den März hinein bleibt sie morgens hinter unserem mächtigen Hausberg verborgen und schickt jeweils erst mittags ihre Strahlen auf unsere Sonnenterrasse.

Aber dann, eines Tages im April ist es soweit. Du gehst, nach deinem Morgenkaffee aus der Heimeli-Haustür und etwas ist anders. Anders, als es über die letzten Monate war. Es ist die Sonne. Sie begrüsst dich mit ihren Strahlen und lacht dir direkt ins Gesicht obwohl es noch früh am Morgen ist. Du blickst Richtung Strelapass, blinzelst und weisst, jetzt ist der Frühling da, selbst wenn rund ums Heimeli noch tiefer Winter herrscht. Die Sonne geht endlich wieder im Osten auf, so wie es sein soll, auch im Heimeli. Osten – Ostern – Grund zu feiern. Jetzt geht’s aufwärts. Täglich schmilzt ein bisschen mehr Schnee dahin, die Krokusse erwachen, die Soldanellen kämpfen sich durch den Schnee, die Munggen rutschen über die Schneefelder.

Unsere Küchencrew verspürt Frühlingsgefühle. Da gibt’s zum Beispiel ein frisches Bärlauchsüppchen (vom eigenen Bärlauch aus Fläsch), frische Sprossen am Salat oder Veilchenblüten auf dem Teller. Die Veilchen haben wir übrigens, trotz des vielen Schnees der noch liegt, bereits wieder angepflanzt. Auch unsere Servicecrew verspürt Frühlingsgefühle und dekoriert die Tische mit Narzissen oder Tulpen.

Und was ist mit den Frühlingsgefühlen unserer Gäste? Unsere Gäste wollen und bekommen beides, Frühling und Winter. Sie freuen sich über den Frühling im Tal und kommen ins Heimeli um noch die letzten Wintertage zu geniessen oder um sich vom Winter zu verabschieden.

Übrigens war früher das Osterwochenende im Heimeli oft das stärkste Wochenende des ganzen Jahres. Bis 45 Gäste haben jeweils im Heimeli genächtigt, dazu kam das Personal, denn eine Personalwohnung gab es damals noch nicht. Man hatte halt auf Strohsäcken im Gang geschlafen – wer wollte, der fand schon irgendwo ein Plätzchen. Hauptsache an Ostern im Heimeli sein. An dem Ort wo sich Winter und Frühling die Hand reichen und gemeinsam um Gäste werben.

 

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